Fotos: Alexander Kasbohm
An dieser Stelle war es in den vergangenen Jahre etwas ruhig. Es war viel zu tun. Aber jetzt geht es mit großen Schritten weiter. Ich arbeite an einem Projekt, dass mir sehr wichtig ist. Mein neues Album „Tiefstack“ ist bereits seit einiger Zeit fertig. Dabei geht es aber um viel mehr als nur Musik. Es gibt neun Tracks, einzigartige Fotos aus meiner alten Heimat, die Alexander Kasbohm gemacht hat, ein ungewöhnlich langes und verrücktes Video und eine Geschichte aus den Tiefen meiner Vergangenheit.
Irgendwann im Winter hat mein Freund und Produzent Roland Wolff die letzten Handgriffe an die Musik angelegt. Ich bin nach Hamburg gefahren, habe eine große Runde durch Reinbek gedreht und bin schließlich mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof gefahren. So wie ich das in meiner Jugend unzählige Male gemacht habe. Zu Konzerten, Kneipen, Gitarrengeschäften und Übungsräumen.
Neun Haltestellen. Mein alter Weg in die Stadt
Bei diesem Ausflug in die Welt meiner Kindheit und Jugend habe ich gefilmt. Roland hat aus den entstandenen Video-Schnipseln einen Film gemacht. Ich weiß, für ein Musikvideo sind 25 Minuten sehr lang. Aber es geht hier um etwas anderes. Auch meine Musik hat sich verändert. Mein Leben lang habe ich Pop-Songs geschrieben. Strophe, Refrain, C-Teil und noch ein Refrain. Das ist auf „Tiefstack“ anders.
Für „Tiefstack“ habe ich mich an mein Klavier gesetzt und neun musikalische Motive eingespielt. Dieses Material habe ich dann mit allerlei elektronischen Instrumenten und meiner Gitarre weiterentwickelt. Gesang gibt es kaum. Bis auf einen Chor hier und da. Jeder Track steht für eine S-Bahnstation. Mein alter Weg von Reinbek bis zum Hauptbahnhof. Neun Haltestellen. Jeder mit ihrem eigenen Geschmack und Sound.
Endlich. Mein eigenes Label „Elefant im Raum“
Bei der Arbeit sind mir meine ganz frühen musikalischen Erlebnisse durch den Kopf gegangen. Mein Vater hatte mir das Album „Autobahn“ von Kraftwerk mitgebracht – als ich 13 Jahre alt war. Das brannte sich tief in meine musikalische DNA. Etwas später hörte ich Cluster, Can und Klaus Schulze. Das machte man damals als Gymnasiast in der späten Hippiezeit. All diese Erinnerungen kamen wieder hoch und flossen in „Tiefstack“.
Jetzt war eigentlich nur noch die Frage, wie dieses Album das Licht der Welt erblicken kann. Ich habe einige Möglichkeiten ausgelotet. Viele alte Freunde sind ja immer noch musikalisch aktiv und zum Teil auch noch geschäftlich im Musikbusiness tätig. Aber es hat sich nichts ergeben, was zu mir passt. Das hat es noch nie. Deshalb habe ich mich entschlossen, ein eigenes Label zu gründen. Die Kreativität braucht ein Ventil. Da gibt es nämlich erste Ansätze für ein weiteres Album. Es soll „Welle-Teilchen-Dualismus“ heißen.
Mein Label heißt „Elefant im Raum“. Dort wird natürlich meine eigene Musik eine Rolle spielen. Aber es gibt bereits ein oder zwei Projekte, die ich mit anderen Künstlern realisieren möchte. Es gibt außerdem eine Zusammenarbeit mit Sebastian Voss und seinem wunderbaren Label „Platiruma“. Ist das eigentlich ein Label? Oder einfach nur ein Zusammenschluss von Leuten, die interessante Musik machen? Keine Ahnung. Aber da passe ich dann doch ziemlich gut hinein.
Es geht immer weiter
Es geht weiter! Das ist die gute Nachricht. Und es hört nie auf. Das ist eine weitere gute Nachricht. Im Gegenteil: Es ist mehr Zeit für die wichtigen Dinge. Und dazu gehört Musik. Bei mir schon seit so vielen Jahren. Stay tuned!
